TDA7293-Endstufe


Erstellt: 2007-01-15Letzte Änderung: 2009-12-20 [vor 7 Jahren, 7 Monaten, 8 Tagen]

TDA7293-Endstufe Diese Endstufe sollte in Verbindung mit zwei selbstgebauten Lautsprecherboxen (sind in Planung) als Gesangsanlage für meine Band dienen.

Mittlerweile hat sich das jedoch erledigt und die Endstufe wird momentan lediglich zum Musikhören verwendet.

Ich verwende den TDA7293 als Endstufen-IC für dieses Projekt. Ein paar Eckdaten:
Das Ding kostet zwar etwas über 5 Euro - aber man braucht ja nur zwei Stück.

Dazu kommt noch ein kleiner Preamp zur Lautstärke- und Tonregelung.

Der Abschluss dieses Projektes hat sich aufgrund chronischer Unlust leider etwas hingezogen, insgesamt bin ich mit dem erhaltenen Ergebnis jedoch zufrieden.

Ein Fazit findet sich am Ende dieser Seite.

Netzteil

Als Netzteil wird eine symmetrische Stromversorgung mit viel Power benötigt. Dazu habe ich mir von einem netten Bastler einen 500VA-Trafo besorgt. Dieser liefert 2x 30V bei einigen Ampere.

Als Gleichrichter dienen vier in Brücke geschaltete MUR860-Dioden. Bei Ebay habe ich mir außerdem noch vier 16000µF/50V-Elkos für ein paar Taler besorgt. Diese sorgen dafür, dass das Netzteil auch bei großer Belastung nicht schlapp macht.

Die Klangregelung braucht außerdem noch 15V Betriebsspannung, daher hält das Netzteil auch einen 12V/4,8VA-Trafo und einen 7815-Spannungsregler bereit.

Schaltplan
Zeichnen des Platinenlayouts und die fertige Platine.
Die dicken Glättungselkos bekommen eine Extraplatine.
Das gesamte Netzteil; hier sieht man auch den großen Trafo.

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Einschaltverzögerung

Schaltplan
Ein Leistungswiderstand von 17Ω begrenzt den Strom direkt nach dem Einschalten.

Der 15V-Teil des Netzteils lädt über einen 220Ω-Widerstand einen 2000 µF-Elko. Über eine 12V-Zenerdiode wird dann bei geladenem Elko ein Relais durchgeschaltet, welches den Widerstand überbrückt.

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Klangregelung

Der TDA1524 kostet knapp über einen Euro und regelt Treble, Bass, Balance und Volume in Stereo. Er kommt mit sehr wenigen Bauteilen aus.

Schaltplan der Klangregelung
Schneller Funktionstest auf dem Steckbrett: Das Teil ist genehmigt.

Also gleich mal eine Platine Ätzen. Neben der Schaltung befindet sich noch eine Art Selfmade-Lochraster, falls man mal was ergänzen muss. (Oder Spaß am Bohren hat... xD)

Und wenn ich beim Design der Platine nicht ganz so dämlich gewesen wäre, hätte ich den IC auch nicht auf der Unterseite anlöten müssen. :-P

Böse Zungen behaupten, dass der TDA1524 rauschen würde. Im Test mit einem MP3-Player und meiner HiFi-Anlage war der Sound allerdings hervorragend, der IC leistet einen guten Dienst.


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Endstufe

» TDA7293 Datenblatt

Den Schaltplan habe ich 1:1 aus dem Datenblatt übernommen. ("Oooooch, wie langweilig...")

Die Metallrückseiten der TDA7293-ICs sind mit V- verbunden. Da das gesamte Gehäuse auf Masse liegt, darf der Kühlkörper das Gehäuse in keinem Falle berühren.

Die beiden Endstufenmodule auf dem dicken Kühlkörper:

Die abenteuerliche Verkabelung lässt sich erahnen:


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Fertiger Aufbau

Der gesamte Aufbau findet seinen Platz in einen 4HE großen 19"-Rack, welches ich bei Ebay für etwas mehr als 15€ geschossen habe.

Das Innenleben; nicht schön, aber selten:

Bei der Befestigung des Kühlkörpers bin ich kreativ geworden; das Gehäuse eines alten Lichtschalters dient als Abstandshalter, denn wie bereits oben beschrieben darf der Kühlkörper das Gehäuseinnere nicht berühren:

Der Knopf des Lichtschalters grenzt den Kühlkörper von der Seitenwand des Racks ab:

Die Speakerausgänge und die provisorische Masseführung; Versierte HiFi-Fritzen würden mich dafür vermutlich lynchen... :-S

Hier sieht man auch die beiden Klinkeneingänge:

Das Frontpanel:

Links befinden sich die beiden Clipping-LEDs, darunter ein Loch für einen eventuellen Mute-Schalter (zur Zeit nicht eingebaut).

Die gesamte Geschichte auf dem Tisch aufgebaut:


Abschließend gibt es hier ein YouTube-Video vom ersten Funktionstest der Endstufe. Am Ende des Videos kann man den Ausschaltknacks hören.



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Fazit

Seit Fertigstellung der Endstufe sind nun ein paar Monate vergangen. Für die Band ist im Moment keine Zeit und keine Motivation vorhanden.

Damit sie nicht in der Ecke verstaubt, fand die Endstufe ihren Platz zeitweise z.B. in der "Lounge" vor meinem Zimmer, die seit Jahren eine Baustelle ist. Befeuert wird sie über den Kopfhörerausgang eines CD-Spielers.

Und die Lautsprecher haben immer noch keine Boxen bekommen...

Auch an der Verkabelung hat sich nicht viel verändert. Da das eine Lautsprecherkabel zu kurz war (es muss bis zum Speaker in der anderen Ecke des Zimmers reichen), wurde zur Verlängerung kurzerhand ein altes Netzkabel verwendet.

An meinem 20. Geburtstag sorgte die Endstufe für die nötige Gästebeschallung. Da in der Nacht vor der Party durch Feuchtigkeit das Volume-Poti verreckt ist, musste ich es vorher noch schnell ersetzen und habe es in aller Eile auch noch falsch herum eingebaut. Naja, passiert. ;-)


Bei fehlendem Eingangssignal ist aus den Lautsprechern ein leichtes Brummen zu vernehmen. Ich bin mir sicher, dass ich dies mit einem saubereren Aufbau hätte vermeiden können; die meisten Leitungen sind viel zu lang und die Audiosignalkabel sind ungeschirmt. Auch gibt es beim Ein- und Ausschalten einen heftigen Knacks im Lautsprecher.

Wichtig ist es, vor dem Ausschalten die Audioquelle (in diesem Fall den CD-Spieler) auszuschalten. Tut man dies nicht, wird man nach dem Ausschalten einige Sekunden lang von einem extrem lauten und verzerrten Audiosignal überrascht, da die Endstufe durch die dicken Elkos noch mehrere Sekunden nachläuft, während der IC der Klangregelung sofort nach dem Ausschalten der Spannungsversorgung "tot" ist und das Audiosignal somit verzerrt die Klangregelung passiert.

Nichtsdestotrotz erfüllt die Endstufe mein Hauptkriterium bezüglich seiner geplanten Verwendung als Gesangsanlage bei Bandproben: Hauptsache laut!

Aber auch bei Zimmerlautstärke (oder darunter) liefert die Kiste einen passablen Sound. Hätte ich sauberer gearbeitet und noch einige Finessen (wie z.B. zur Vermeidung obigen Problemes beim Ausschalten) hinzugefügt, wäre wohl noch einiges mehr rauszuholen gewesen.

Das Projekt ist nun jedoch abgeschlossen und ich habe nicht vor, die Endstufe noch einmal zu öffnen; mit den oben genannten Problemchen kann ich gut leben.

Zur Kostenfrage: Fast Geldverschwendung. Ich bin mir sicher, dass ich mit einer kleinen Stereo-Endstufe z.B. von Thomann billiger und mit einer besseren Klangqualität davongekommen wäre. Dennoch muss wohl jeder echte Junge in seinem Leben mal eine Endstufe gebaut haben. Oder etwa nicht? :-D

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