Improvisiertes - Seite 14/22


Erstellt: 2008-07-21Letzte Änderung: 2016-01-30 [vor 1 Jahr, 9 Monaten, 26 Tagen]

Improvisiertes und Kleinigkeiten; Produkte notgedrungener Kreativität.

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Totmannschaltung

Es ist ärgerlich, wenn man am nächsten Morgen nach einer Party zum Aufräumen zur Terasse geht und feststellen muss, dass jemand vergessen hat, den Ghettoblaster auszuschalten, dieser also den ganzen Abend und auch die ganze Nacht lang angeschaltet war. Der verwendete Blei-Gel-Akku ist nicht mehr der jüngste und ich möchte ihn nicht noch ein zweites Mal (wenn das überhaupt möglich ist) aus der Tiefenentladung retten.

Daher wurde selbiger nun mit einer Totmannschaltung ausgerüstet, die die Anlage nach ungefähr 40 Minuten (nicht nachgemessen) ausschaltet, wenn man nicht vorher den RESET-Taster betätigt hat. Auf einer zehnstelligen Anzeige wird die bereits verstrichene Zeit angezeigt.

Einen Schaltplan gibt es nicht, da diese Schaltung tatsächlich nur improvisiert wurde. Soviel sei jedoch gesagt: Ein NE555 erzeugt einen Takt von ungefähr 1 Hz, speist diesen in einen 8 Bit-Digitalzähler (gebaut aus zwei seriellen 74LS193), dessen Carry-Ausgang am Clock-Eingang eines CD4017BE (Dekadischer Zähler) hängt. Der Carry-Ausgang letzteren Bausteins wird invertiert und über einen Emitterfolger an das Gate eines MOSFETs (in meinem Falle ein IRFP250, was natürlich völliger Overkill ist) gehängt, welcher die Betriebsspannung der Anlange steuert. Der Carry-Ausgang des CD4017BE hat jedoch die (für diese Anwendung) blöde Eigenschaft, nach einem RESET einen HIGH-Pegel zu besitzen und nach 5 Clockzyklen auf LOW zu wechseln, um dann nach dem 10. Clockimpuls endlich wieder auf HIGH zu wechseln. Daher muss noch ein T-Flipflop (lässt sich leicht aus einem 74LS74 bauen) zwischen Carry-Ausgang und Inverter geschaltet werden, um die steigende Flanke zu erkennen. Das nicht-invertierte Signal hinter dem T-Flipflop wird außerdem mit allen RESET-Leitungen der gesamten Schaltung verbunden. So hängt sich die Schaltung letztendlich auf, bis man über einen Taster die globale RESET-Leitung kurz auf GND zieht.

Bei idealen Bedingungen - also wenn der NE555 tatsächlich mit 1 Hz laufen sollte - ergibt sich rechnerisch eine Wartezeit von 256 * 10 Sekunden = 43 Minuten.

Obiger Erläuterung (in der sich hoffentlich keine Fehler eingeschlichen haben) und folgenden Bildern entnimmt man, dass die Schaltung ein echtes TTL-Grab geworden ist, das auch einen nicht zu vernachlässigen Strombedarf hat. Und, dass ich beim nächsten Mal lieber einen ATtiny12 o.Ä. zur Steuerung verwenden sollte... :-/

Totmannschaltung
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